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Hier eine kleine Auswahl von Gedichten, wie wir sie seit  über 20 Jahren
regelmäßig unseren Kunden per Post zusenden.

H.´s Garten

Im Gartenteich der Goldfisch sann
Und dachte: „meine Güte,
Als dieser Garten neuer war,
Wie herrlich alles blühte.

Doch heut' ein einzig Dickicht ist,
Was einstens mich erfreute,
Und wär ich vor die Wahl gestellt
Würd' ich noch auszieh'n heute.“

Auch Hans-Heinz H., der Gartenfreund,
Dem dieser Teich gehörte,
Und einfach keine Zeit mehr fand,
Fand vieles, was ihn störte.

Das Rosenbeet sah traurig aus
Mehr als die Trauerweide
Und auch der Kirschbaum wirkte so,
Als ob er schrecklich leide.

Frau H., die neben Hans-Heinz stand,
Sah auch hin, zog 'nen Flunsch;
Da brach aus tiefstem Herzensgrund
Aus Hans-Heinz H. der Wunsch:

„Lass uns den Gärtner Herrmann hol'n
Ich kann's bald nicht mehr seh'n
Bei O's und P's da war er schon
Die haben's wieder schön.“

Und so geschah's, Herr H. und Frau
Sind wieder froh im Garten
Wann rufen Sie den Herrmann an?
Wozu noch länger warten?

Ja, lasst uns blühende Gärten bau'n
Mit Ros' und Balsaminen,
Und allem, was das Herz begehrt!
Wie kann ich Ihnen dienen?

 

Hundenachwuchs

Stellen Sie sich vor, was heut´geschah:
Mein Hund wurd' achtfach Mutter!
Ich jage hin und her und schleppe
Riesenmengen Futter.

Sie war fünf Tage vor der Zeit
Und alle meine Planung,
Die war vergeblich ganz und gar,
Ich hatt' ja keine Ahnung!

Sie wollte nicht in's Gartenhaus,
Das vorbereitet war,
Sie grub ein Loch am Lagerplatz,
Kroch rein, schwupps, und gebar.

Der Vater ist uns nicht bekannt,
Die Mutter schweigt hierzu,
Schau ich der Welpen Fell mir an,
Tipp' ich: Holsteiner Kuh.

Die Mutter ist Retriever - in
Hellblond ist sie, die Schöne,
Ihr großer und auch erster Wurf:
Drei Mädel und fünf Söhne.

Und jeder fragt mich:
"Gott, ach Gott, wie wirst Du die denn los?"
"Jetzt hab' ich sie und freu' mich dran,
Und zieh' sie erst mal groß."

Bis heute hat noch jeglicher
Von all den kleinen Hunden,
Die uns geboren in den Jahr'n
Ein gutes Heim gefunden.

Ganz nebenbei sei noch gesagt,
Sehr sachlich und auch nüchtern,
Dass ich mich zu den Gärtnern zähl'
Nicht zu den Hundezüchtern.

Insofern leg' ich an Ihr Herz
Sie sollten nicht vergessen,
Dass Sie uns recht viel Arbeit geben
(die Hündlein wollen essen).

Was gibt's zu tun? Wo drückt der Schuh?
So fleißig wie die Bienen
Wollen wir garteln, grad für Sie!
Wie kann ich Ihnen dienen?

 

Bruderzwist

Vor kurzem traf ich Michael - mein Bruder
Nach gut neunzehn Jahren
Im Ausland war zum ersten Mal
Er zu ’ner Feier heimgefahren.

Was uns betrifft – ich bin der Ältere –
War er mir stets ein offenes Buch.
Das machte mir mehr Spaß als ihm
Denn ich war ihm ein rotes Tuch.

Und so – als wäre nichts geschehen –
In den fast zwanzig Jahren,
Musste er nun zuallererst
Mir an den Karren fahren.

Ob mir in mehr als zwanzig Jahren
Die ich jetzt Gärtner wäre
Das "Blümchenzupfen" fad' nicht würd'
Das ging mir an die Ehre!

Denn Gärtner sein macht richtig Spaß
Und Michi tat schön schauen,
Als ich ihm lang und breit vortrug,
Was wir so alles bauen.

Denn schließlich bauen Gärten wir,
Mit jeglichen Schikanen,
Mit Hecken, Wegen, Teich und Beet,
selbst Spielzeugeisenbahnen!

Wir fällen Bäume, pflanzen sie,
Bau'n Zäune und Pergolen
Mit richtig gutem Bayernholz
(und nicht dem Mist aus Polen).

Auch Rollrasen verlegen wir
Und Pflasterwürfelsteine
(und während ich den Spruch abspul',
zög' Michi gerne Leine).

Ich weiß, er kann es gar nicht ab,
Wenn Leute ewig tratschen,
Drum leg' ich noch mal richtig nach,
Sag, dass wir fäll'n auch Latschen.

Wir hochdruckreinigen den Pool
(Jetzt schaut er auf die Uhr)
Wir Roden Wurzeln (Michi gähnt)
Und ich schalte auf stur:

Erzähle, dass wir Teiche klär'n
Und Seerosen beschweren
(Das kommt davon, dass er mich triezt,
Man soll das Alter ehren!).

Zuletzt durchschaut er mich und grinst
Und mir wird warm um’s Herz,
Der Junge hat Humor gekriegt,
Erkennt 'nen Scherz als Scherz.

Zum Abschied bracht' ich ihn zum Zug
Und winkte an den Schienen.
Was wir so machen wissen Sie.
Wie kann ich Ihnen dienen?

 

Antikes

Kleopatra ihr Opapa
Der angelte sehr gern,
Und war der Fang mal groß und schwer,
Dann dankte er dem Herrn.

Und brachte manch ein Opfer dar,
Aus Rauch, Wasser und Lehm.
Den Fisch jedoch aß er allein,
Das fand er angenehm.

Der Herr - auf Dauer - aber fand
Dies sei nicht sehr gerecht.
Nicht nur, das Rauch kein Eiweiß hat,
Er roch auch einfach schlecht.

Um nicht noch mehr vom Fleisch zu fall'n
Fuhr er zur Erden nieder,
Manch' köstlich Speis' dort zu probier'n
Zu atmen Ros' und Flieder.

Er band an einer Sphinx ganz keck
Sein Flügelpferdchen an,
Weil man in gute Restaurants
Kein Pferd mitnehmen kann.

Dort blieb er lang, fast sieben Jahr'
Und weihte sich dem Essen,
Hat unterm Völlen ganz und gar
Den Götterjob vergessen.

Kleopatra ihr'n Opapa
Hört bald drauf laut man klagen,
Der Herr war unbekannt verreist,
Es folgten sieben Plagen.

Wie schlage ich in diesem Brief
jetzt elegant den Hagen,
Vom Fischeropaopfer-Mief
Zu "Gärtner Herrmann fragen?"

Dies ist mir heut nur knapp geglückt,
Freu mich darob mit Ihnen.
Send Ihnen meine besten Wünsch',
Wie kann ich Ihnen dienen?

 

Über die Liebe

Als Witwe Bolte Jungfer war
Hieß sie noch Lotte Weber
Und wußte: der Mann, der mich einst freit,
Muß ein Dichter sein, kein Streber.

Ein Schöngeist, romantisch, voll Leidenschaft,
Und wie einst Apollo, so schön!
Das es dann nur Heini Bolte wurd'
Fiel auch ihr später schwer zu versteh'n

Denn sind wir so ehrlich,
Wie wir eigentlich sollen,
Glich er in Kopf, Nas' und Korpus
Doch schon sehr einer Knollen.

Er war auch nicht musisch,
Und es ist leider wahr,
Dass jeder Vers, den er schüttelte,
Schweinkram nur war

Oh, wie sehr litt oft Lotte,
Wenn er auf Festen erst zechte,
Und dann später, sturztrunken
Nur noch Stuß radebrechte.

Doch er war ihr stets alles,
Was sie je in ihm sah
Und sie hatte beschlossen,
Dass er liebenswert war.

Und sie machte aus ihm,
Der früher soff, stritt und grollte,
Durch die Kraft ihrer Liebe
Ein besseren Bolte

Lotte B. ist längst tot,
Doch ihr Beispiel strahlt fern:
Man kann alles verbessern,
hat man's ausreichend gern.

 

dienen

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